Schwarzgrün will nicht prüfen, was nach dem Abriss möglich ist

25.06.2016

Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

Nachdem die CDU, unterstützt durch Bündnis 90/Die Grünen, im Limburger Rathaus nach der Kommunalwahl die Größe der Ausschüsse so bestimmt hatten, dass eine knappe Mehrheit fast immer sicher ist, war zu befürchten, dass die politische Arbeit in Limburg schwierig bleibt.

Politische Arbeit in Limburg noch schwieriger als befürchtet.

Am Mittwoch tagte der Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr unter Vorsitz von Stefan Muth (CDU). In dieser Sitzung zeigten die sich zu Wort meldenden Vertreter dieser Fraktionen, dass die Befürchtungen durchaus ihre Berechtigung haben.

Was war geschehen?

Unter Punkt 5 sollte der Antrag 18/10 der FDP-Fraktion behandelt werden. Wir wollten den Magistrat bitten zu prüfen, ob der Standort der alten Autobahnbrücke als Standort für eine neu zu bauende Fußgänger- und Radfahrerbrücke geeignet wäre und ebenfalls zu prüfen, ob evtl. Fundamente der alten Brücke für die neue genutzt werden könnten.

Der Magistrat sollte PRÜFEN!

Argumente für Standort

In unserem Antrag haben wir dann mehrere Argumente aufgezeigt, die aus unserer Sicht für diesen Standort sprechen. Nahezu alle Parteien hatten in der Vergangenheit, inkl. Wahlkampf, den Bedarf für eine solche Brücke betont.

Der Ausschussvorsitzende rief den Tagesordnungspunkt dann mit der Bemerkung auf, er habe erst mal lachen müssen. Ein solches Verhalten ist für einen Ausschussvorsitzenden nicht angebracht; die gewünschte Richtung und Stimmung war aber schon mal vorgegeben.

Die FDP-Fraktionsvorsitzende Marion Schardt-Sauer hat den Vorschlag noch einmal ausführlich erläutert und mehrfach darauf hingewiesen, dass es um einen Prüfungsauftrag geht. Es ginge der FDP schlicht darum, diese Idee und einmalige Gelegenheit nicht ungenutzt zu lassen – zumindest einmal darüber nachdenken – appellierte sie.
Das haben gewisse Leute aber nicht verstanden, bzw. es hat nicht interessiert.

Die Stadt versorgte die Runde mit fundiertem Halbwissen.  Herr Dumeier erklärte er habe gehört, einige Pfeiler würden doch gesprengt.

Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Dr. Christopher Dietz ergriff das Wort und erklärte auf seine bekannte Art, dass er von Brücken nichts verstehe, aber gegen eine Prüfung der Idee sei.

Herr Manuel Barfuss (CDU)  pflichtete ihm bei, er habe einen Freund, ein Ingenieur, und der sagt eine sechsspurige Radfahrerbrücke sei Unsinn. Bei dieser Aussage räkelte er sich verächtlich grinsend, halb auf dem Tisch liegend. Ansonsten sei der Antrag sehr belustigend, erklärte der CDU-Vertreter der Runde.

Dr. Sebastian Schaub (Grüne)  schließlich konzentrierte sich darauf, zu hinterfragen, wie man denn Beschlüsse des Parlamentes ändern könne. Die FDP stellt den Antrag zu prüfen, was nach dem Abriss passiert und er lehnt diese Prüfung mit dem Argument ab, es sei beschlossen, die Brücke abzureißen. Diesen Beschluss dürfe man nicht ändern.

Soweit zur sachlichen Auseinandersetzung und den Möglichkeiten, mit geringen Eingriffen in die Natur eine solche Brücke zu errichten.

Realsatire in Limburg

Leider handelt es sich hier nicht um eine Satire sondern eine reale Darstellung der aktuellen Limburger Politkultur.

Nun, wir können diese Menschen nicht ändern, wir müssen damit leben. Genau so wird aber leider über die Zukunft Limburgs entschieden. Wer wundert sich da noch über tolle Ergebnisse wie z.B. die Grabenstraße?

Die Mandatsträger der FDP haben eine Verantwortung übernommen sich für Limburg und die Limburger einzusetzen. Dazu stehen wir!
Deshalb informieren wir detailliert, stehen für Diskussionen und Fragen gerne zur Verfügung und freuen uns auch über weitere Vorschläge, Ideen.

Idee und Antrag im Detail

Nachfolgend noch einmal unsere Idee und unser Antrag. Wir freuen uns auf sachliche Argumente dafür oder dagegen! Nur im sachlichen Diskurs kann etwas für die Sache selbst erreicht werden.

Unsere Idee:

Wir setzen uns seit Jahren für den Bau einer Fußgänger und Radfahrerbrücke ein, das Projekt ist auch Teil unseres Wahlprogrammes an dessen Umsetzung wir jetzt arbeiten.

Die Lahn ist im Bereich Ruderclub bis Autobahn relativ breit, eine Brücke ohne Mittelpfeiler erfordert daher schon mal starke Fundamente.

 

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Reste dieser beiden Pfeiler könnten vielleicht als Fundamente für eine neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke dienen.

Wir nutzen zwei der vorhandenen Pfeiler als Fundament für eine neue Brücke. Nur die beiden gegenüberliegenden Pfeiler direkt am Lahnufer und nur bis zu einer Höhe, die, aufgrund der Schifffahrt, für eine Brücke benötigt wird.

Unabhängig von der tatsächlich bestehenden und sinnvollen Möglichkeit vorhandene Fundamente zu nutzen halten wird den Standort für eine neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke für sehr gut.

Von dort kann man auf Dom, Schloss, Wehr blicken, in die andere Richtung bis nach Dietkirchen. Es ergeben sich mehrere Rundwege, das Gelände hat enormes Potenzial für Freizeit, Tourismus, Wassersport. Das Gelände muss nach Abschluss der Bauarbeiten ohnehin renaturiert werden, die Kosten trägt, wahrscheinlich, der Verursacher.

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Das Gelände zwischen Campingplatz und neuer Autobahnbrücke könnte für Freizeit, Tourismus, Wassersport genutzt werden.

Die CDU wünscht eine solche Brücke in Höhe des Wehres (Am Huttig).

Hier möchte die CDU eine Brücke bauen
Hier möchte die CDU eine Brücke bauen

Eine Realisierung dort wird deutlich aufwendiger und erfordert massive Eingriffe in die Natur.
(Wer sich hier nicht auskennt: „Am Huttig“ ist am linken Bildrand in der Mitte!)

Die Grünen wiederum sprechen von einer Brücke in Höhe des Campingplatzes.

Bündnis 90 / Die Grünen möchten in Höhe des Campingplatzes eine Brücke bauen
Bündnis 90 / Die Grünen möchten in Höhe des Campingplatzes eine Brücke bauen

 

Schifffahrt erfordert bestimmte Höhe

Eine Brücke über die Lahn erfordert, wie schon erwähnt, eine bestimmte Höhe. Diese muss barrierefrei erreicht werden. Ein kurzer Blick auf die Brücke in Dietkirchen zeigt, was das bedeutet.

Brücke in Dietkirchen, der Weg auf die Brücke ist deutlich länger als die Brücke selbst
Brücke Dietkirchen, der Weg auf die Brücke ist deutlich länger als die Brücke selbst

Es ist unschwer zu erkennen, dass der Weg auf die Brücke deutlich länger ist als die eigentliche Brücke.

Wir freuen uns über Kommentare, Meinungen und weitere Ideen. (SF)

Hier nochmal der Link zu unserem Antrag:

2016-06-14 Antrag: Fußgänger- und Radfahrerbrücke am Standort „Alte Autobahnbrücke“