Christkindlmarkt – Es hätte besser laufen können

30.12.2015

Marion Schardt-Sauer nimmt zu dem Zeitungsartikel „Christkindlmarkt – Es hätte besser laufen können“ (NNP, 28.12.2015), Stellung

Hier der ungekürzte Leserbrief von Marion Schardt-Sauer zum Limburger Christkindlmarkt, erschienen am 30.12.2015 in der NNP, als Reaktion auf den NNP-Artikel vom 28.12.2015

Faszinierend!

Wetter, Terrorgefahr, zu wenig Engagement der Limburger Geschäftsleute und der Hausbewohner beim Weihnachtsschmuck; alles und jeder ist Schuld am Umsatzrückgang beim Limburger Christkindlmarkt, alles – nur nicht die Händler selbst.
Es fehlt eigentlich nur noch, dass die Beschicker beklagen, dass die Stadt nicht genug geldwerte Unterstützung wie bisher,  u.a. durch die Arbeiten des Bauhofs gewährt und fordert, dass man ihnen neue Hütten schenkt.
Das ist grotesk! Die Beschicker sollten sich eher an die eigene Nase fassen und kreativ überlegen, wie sie selbst als Unternehmer diesen Markt attraktiver gestalten und ein gutes Angebot für Limburg schaffen.

Seitens der FDP-Fraktion haben wir dazu in den letzten vier Jahren einige Initiativen im Stadtparlament unternommen, haben Ideen wie zuletzt die Eisbahn vorgebracht und einen jährlichen Dialog mit den Beschickern im Ausschuss angestoßen.
Was haben wir uns alles dafür anhören müssen!  Wir – FDP – seien undankbar, weil wir uns nicht bei den Beschickern bedanken, dass sie Geld mit diesem Markt verdienen, sondern so unverschämt sind zu fordern: „ Neue Angebote, Veränderungen, Entwicklungen von anderen Weihnachtsmärkten aufgreifen.“  Und wenn man den Gedanken äußert, dass mancherorts die Standplätze für solche Märkte nicht auf Jahrhunderte fest vergeben werden, sondern einem Wettbewerb unterliegen sollten; für diesen Gedanken, der für mich als Freie Demokratin völlig normal ist, kannte die Missachtung kaum Grenzen.
Der Dialog mit den Beschickern im Ausschuss, der aus einem FDP-Antrag resultiert und regelmäßig im Frühjahr stattfindet, war leider bisher wenig produktiv. Die Beschicker gaben sich zuletzt beleidigt, weil man sie im Ausschuss „zum Rapport“ bestellte.   Die Chance zum Dialog sahen sie leider bisher nicht. Konkrete  Anregungen und Vorschläge aus dem Ausschuss für Veränderungen an den Hütten, dem Standort, den Öffnungszeiten wurden als ein schlimmes Ansinnen zurück gewiesen.

Und nun beklagt man sich.

Aber vielleicht liegt darin die Chance, dass wir in Limburg künftig nicht mehr über Wochen in der Weihnachtszeit Volksmusik auf dem Neumarkt ertragen müssen.
Vielleicht liegt darin die Chance zu einer Veränderung.  Die Beschicker wurden in ihrer Einstellung, dass der Markt ihnen persönlich gehört und in der Scheu vor Veränderungen sehr vom vorherigen Bürgermeister in den Sitzungen bestärkt. Hier hat sich in Limburg etwas verändert. Der Wahlslogan des jetzigen Bürgermeisters lautete „Limburg den Bürger zurück geben“ – das gleiche könnte auch für das Ereignis „Christkindlmarkt“ gelten.  Dieser Markt gehört nicht einigen wenigen, er gehört allen.

Die Gestaltung solcher wichtigen Ereignisse mit Offenheit, Transparenz und einem Wettbewerb der Ideen angehen, dafür wird sich die FDP-Fraktion weiterhin einsetzen. Und wir freuen uns sehr, wenn sich die Beschicker nun vielleicht etwas offener an einer solchen Diskussion beteiligen.