FDP-Fraktion fordert für Limburg Wohnraumkonzept 2020

1. Stadtentwicklung und Innenstadtbelebung7. August 2016

FDP-Fraktion fordert für Limburg Wohnraumkonzept 2020

Die FDP-Fraktion in der Limburger Stadtverordnetenversammlung hat den Magistrat in einem Antrag gebeten, zeitnah einen Vorschlag für ein Wohnraumkonzept 2020 zu erstellen. Durch Bevölkerungszuwachs und immer kleinere Haushalte gebe es vor allem in Ballungszentren einen Mangel an Wohnraum, aber auch in Limburg bestehe Handlungsbedarf. Es dürfe jedoch nicht plan- und ziellos gebaut werden, forderte die FDP-Fraktionsvorsitzende Marion Schardt-Sauer.

Politik ist gefordert, Vorgaben und Rahmenbedingungen zu formulieren

Es müsse in den politischen Gremien und in der Öffentlichkeit eine Diskussion über die weitere Entwicklung von Limburg geführt werden, so Schardt-Sauer. Erst nach einer öffentlichen Diskussion und einer Entscheidung in den Gremien könne der nächste Schritt erfolgen und Investoren beteiligt bzw. Beteiligungsmöglichkeiten offeriert werden. Investoren seien wichtige Akteure für die Durchführung entsprechender Vorhaben, hätten ein hohes Maß an Fachwissen, teilweise auch für die professionelle Verwaltung von Liegenschaften, jedoch müsse die Politik klare Vorgaben machen und Koordinaten benennen, so die FDP-Kommunalpolitikerin. Ziel müsse es sein, 2017 eine Entscheidung über ein Wohnraumkonzept zu treffen.

Aktueller Bedarf, gezieltes Wachstum?

Die Wohnraumfrage sei für die Entwicklung der Stadt ein „ganz entscheidender Faktor“. In der baulichen Gestaltung gebe es inzwischen eine große Bandbreite, die von Mehrfamilienwohnhäusern und Geschosswohnungsbau bis hin zum Quartier mit Einfamilienhäusern mit großzügigen Grundstücken reiche. Dazwischen gebe es viele Varianten. Welche die geeigneten seien, hänge maßgeblich auch davon ab, wie der Wohnraumbedarf und wie die künftige Struktur der Bevölkerung in Limburg gesehen werden. Deshalb soll der Magistrat dem FDP-Antrag zufolge unter anderem darlegen, wie viele Wohnungssuchende es in der Stadt Limburg und im Landkreis gibt, aufgegliedert nach den Merkmalen Familie, Alter, Anzahl der Haushaltsmitglieder und Alter der Wohnungssuchenden. Es müsse auch die Frage erörtert werden, ob Limburg wachsen soll, zum Beispiel durch einen Zuzug aus dem Rhein-Main-Gebiet und welche Zielgruppe dabei gegebenenfalls angesprochen werden soll.

Was wird gebaut, welche Flächen sind verfügbar, wer baut und wer verwaltet?

In ihrem Antrag fordert die FDP-Fraktion den Magistrat auch auf, einen Überblick darüber zu geben, was aktuell im Stadtgebiet im Bau ist bzw. in den nächsten zwei Jahren fertiggestellt wird und welche städtischen Flächen und welche Flächen im Stiftungsbesitz unmittelbar als Bauland zur Verfügung stehen. Ferner soll dargelegt werden,  wo, wann und wer bauen soll – Private, Stadt, Eigenbetrieb, Stiftungen oder Mischformen. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten sollen dargelegt werden und dabei auch Erfahrungswerte aus anderen Kommunen mit einfließen. Das gleiche gilt für die Verwaltung der Liegenschaften nach ihrer Errichtung.

Die FDP-Fraktion fordert den Magistrat auf, ein entsprechendes Wohnraumkonzept für Limburg im Stadtentwicklungsausschuss vorzustellen und dabei auf die anfallenden Kosten in den verschiedenen Varianten und die zeitlichen Umsetzungsmöglichkeiten einzugehen.

Keine vorschnellen Maßnahmen ohne Konzept!

„Die Diskussion in den Gremien und der Öffentlichkeit ist zeitnah zu führen – alleine schon wegen des Handlungsbedarfs im Hinblick auf eine effiziente Verwaltung der bereits vorhandenen städtischen Liegenschaften und der treuhänderisch zu bewahrenden Liegenschaften. Es besteht jedoch überhaupt kein Anlass, vorschnell Maßnahmen anzugehen, bevor der Gesamtkurs klar ist“, sagte Schardt-Sauer. (HH)