Windenergienutzung in Limburg

07.05.2016

Bürgerinformation zur geplanten Ausweisung von Flächen für die Windenergienutzung in Limburg an der Lahn

Wirtschaftliche Fragen bei geplanter Ausweisung von Flächen für Windenergienutzung in Limburg bislang ausgeklammert

In einer Bürgerinformation zur geplanten Ausweisung von Flächen für die Windenergienutzung in den Gemarkungen Ahlbach, Offheim und Staffel hat die Stadt das Verfahren zur Änderung des Gesamtflächennutzungsplans erläutert.

Die Firma ENOVA Energieanlagen hat für die EVL eine sogenannte Potentialflächenanalyse erstellt, um mögliche Standorte für Windkraftanlagen in Limburg zu untersuchen. Zu den Kriterien gehören ein Mindestabstand: zu Wohnsiedlungen 1000 Meter, zu einzelnen Wohnhäusern 600 Meter, zu Gewerbe- und Industriegebieten 300 Meter, zu Bahnlinien, Autobahnen und Stromtrassen 150 Meter. Außerdem gibt es Tabuzonen wie etwa Naturschutzgebiete oder FFH-Gebiete. Ferner muss eine mittlere Windhöffigkeit von 5,75 Meter pro Sekunde 140 Meter über den Grund gegeben sein. Bei der Potentialflächenanalyse bezog man sich dabei auf die Werte von Windkarten, deren Ungenauigkeit jedoch bekannt ist. Die für die Wirtschaftlichkeit entscheidende tatsächliche Windmessung steht noch aus.

Flächen in den Gemarkungen von Ahlbach und Staffel erfüllen Kriterien

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Die genannten Kriterien erfüllen Flächen in den Gemarkungen von Ahlbach und Staffel. In Offheim liegt die Windhöffigkeit bereits bei den Planwerten unterhalb der vorgegebenen 5,75 Meter pro Sekunde. Diese Fläche kann trotzdem ausgewiesen werden, weil hier bereits Windkraftanlagen stehen und dann dieses Kriterium nicht erfüllt sein muss.

Die Windenergieanlagen sind mit einer Nabenhöhe von 164 Metern, einer Leistung von 3,3 Megawatt und einem Rotordurchmessen von 131 Metern geplant. Betrieben werden sollen die Anlagen von der Firma Lahnwind Limburg Gmbh & CO KG, die derzeit noch eine hundertprozentige Tochter der Thüga Erneuerbare Energien GmbH & CO KG ist. Falls die Anlagen gebaut werden, will sie sich die EVL mit 30 Prozent an der Lahnwind Limburg beteiligen.
Dass sich die EVL nicht mit einem höheren Anteil beteiligt, wurde auf Nachfrage von einem Vertreter der EVL mit den damit verbundenen Risiken erklärt.

Die Vorsitzende der FDP-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Marion Schardt-Sauer fragte nach, wieso man sich zuerst um die Genehmigung des Projekts bemühe und erst dann einen Geschäftsplan entwickele und die Wirtschaftlichkeit der geplanten neuen Windkraftanlagen überprüfe. Dies wurde von dem Vertreter der EVL mit dem Hinweis erklärt, dass eine Änderung des Erneuerbare-Energie-Gesetzes geplant sei und nur Projekte, die noch dieses Jahr genehmigt würden, den bisherigen höheren Fördersatz erhielten.

Der Entwurf des geänderten Gesamtflächennutzungsplans mit der Ausweisung der drei Windkraftstandorte in der Stadt Limburg liegt öffentlich im Rathaus aus. Bis zum 25. Mai sind Stellungnahmen möglich.

„Die Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen sagt noch nichts darüber aus, ob die geplanten Anlagen wirtschaftlich und energiepolitisch sinnvoll sind“, so Schardt-Sauer. Der Wind wehe in den vorgesehenen Gebieten vergleichsweise schwach.

Die FDP-Fraktion sehe diese Pläne weiter sehr kritisch und habe bereits die Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen abgelehnt. (HH/MS)