Thema:

5. Verkehrskonzept für Limburg

Limburger Verkehrspolitik

Die Limburger Verkehrspolitik hat die FDP schon immer intensiv beschäftigt. Wir sind dabei vorangekommen. Forderungen aus den Wahlprogrammen 2006 und 2011 haben konkrete Früchte getragen:

Das von uns seit langem geforderte Verkehrsleitsystem wird jetzt endlich umgesetzt.
Ein Radwegekonzept wurde, wenn auch noch stark verbesserungswürdig, erstellt.

Das große Problem der Limburger Verkehrspolitik ist aber damit nicht behoben. Nach wie vor gilt: Für die zukünftige Stadtentwicklung bedeutet das System Verkehr für Limburg die größte planerische Herausforderung.

Deshalb stellt die FDP weiterhin fest: Die zukünftige Limburger Verkehrspolitik muss sich an der Herausforderung messen lassen, wie die Bedürfnisse der Bürger nach einer sauberen, freundlichen Innenstadt, die zu Einkauf und Aufenthalt einlädt, mit dem zunehmenden Verkehrsaufkommen zu vereinbaren ist.

Verkehrsverlagerung

Das hohe Verkehrsaufkommen in der Innenstadt besteht. Erschwert wird eine Lösung durch die Festlegung der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung auf die sogenannte „Südumgehung“ auf der Alttrasse. Die FDP Limburg hat diese Trasse immer abgelehnt, da sie zum einen nicht den erhofften Entlastungseffekt zeigen wird, zum anderen die Anwohner der gedachten vierspurigen Umgehungsstraße massiv belasten würde. Darüber hinaus zerstört sie noch durch ihre innerstädtische Lage mit dem Eduard-Horn Park und dem „Paradies“ zwei der schönsten Natureckchen, die wir in Limburg haben. Außerdem wird die Umsetzung dieser Maßnahme, wenn überhaupt, noch viele Jahre auf sich warten lassen. Was machen wir bis dahin?

Durch die Baumaßnahmen in der Grabenstraße haben wir gesehen, dass die Schiede den momentanen Verkehrsfluss in Spitzenzeiten kaum bewältigen kann, der Verkehrsfluss wird hier zum Verkehrsstau. Und nach der Sanierung der Grabenstraße? Wollen wir den Verkehr wieder durch die Innenstadt lotsen, weil wir keine Lösung haben? Die bisher diskutierten Ideen einer Umweltzone, Überlegungen zu Durchfahrtsverboten oder zusätzlichen Blitzern helfen nicht weiter, sondern gängeln nur Bürger, Gewerbetreibende und Handwerk. Auch das Verlegen von neuem, teurem Straßenpflaster aus Titanoxid wird unsere Probleme nicht lösen.

Notwendig ist vielmehr die Erstellung eines Gesamtverkehrsplans für Limburg, damit die verschiedenen Maßnahmen der Verkehrslenkung auch in Zusammenhang betrachtet werden können.

Zusätzlich regen wir an:

  • Zu prüfen, ob eine Entlastung der Diezer Straße nicht durch den Bau einer Brücke von der Werkstatt über das Bahngelände zur Kreuzung Stephanshügel/Industriestraße erreicht werden kann?
  • Einen Kreisel zur Entlastung der Schiede-Kreuzung. Bei dem schon einmal angedachten Kreisel ist für uns nicht mehr die Frage, ob er gebaut werden kann, sondern wie, denn die Alternative dazu wäre eine Verlängerung des Schiedetunnels. Ein großer Kreisel bietet die Möglichkeit, einen zentralen Platz zu schaffen. Hier ist Stadtplanung gefragt, die Mut hat und sich nicht auf das Aufpinseln von „Radschutzstreifen“ beschränkt.
  • Die erneute Prüfung der Westumgehung, die schon einmal Gegenstand heftiger Diskussionen war, aber zugunsten der Südumgehung nicht weiter verfolgt wurde. Jedoch ist hier durch die Aufgabe der Freiherr-vom-Stein-Kaserne in Diez eine völlig neue Situation eingetreten. Egal welcher Nutzung dieses Gelände auf Dauer zugeführt wird, eines steht fest: es wird sehr viel neuer Verkehr für die Diezer Straße entstehen, der nicht von einer Südumgehung aufgefangen werden kann. Es ist daher unbedingt zu prüfen, ob die Westumgehung nicht die bessere Alternative zur Entlastung der Innenstadt ist.

Da wir durch eine fehlende Umgehung Limburgs kurzfristig keine Verlagerung des Verkehrs erreichen können, will die FDP Möglichkeiten zu schaffen, den Verkehr in Limburg einfach wieder fließen zu lassen, anstatt ihn zum Stillstand zu bringen.

Die FDP will den Verkehr bewältigen, ohne den Einkaufs- und Wirtschaftsstandort Limburg abzuwürgen.

Für den Ortsteil Lindenholzhausen fordert die FDP die schnelle Realisierung der B 8-Umgehung.

Verkehrsvermeidung

Die Innenstadt selbst muss vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Grabenstraße und Neumarkt müssen wieder zu Bereichen werden, in denen sich Bürger gerne aufhalten und die natürlich auch als Einkaufszonen attraktiv sind. Diese Bereiche müssen verkehrsberuhigt werden, aber für den Verkehr und damit auch für Besucher und Bürger gut erreichbar sein. Eine Belebung der Innenstadt lässt sich nicht ohne Verkehr erreichen. Der Innenstadtverkehr muss aber ein Zielverkehr sein; der Durchgangsverkehr ist hier zu vermeiden.

Deshalb fordert die FDP:

  • Das Parkleitsystem muss weiter verbessert werden.
  • Parkhäuser müssen weiterhin saniert und auf einem hohen Stand gehalten werden. Dass dazu weiterhin Parkhäuser durch die Stadt verwaltet werden müssen, halten wir nicht für notwendig.
  • Konzepte zur verbilligten Nutzung der Parkhäuser, um das Einkaufen in der Innenstadt attraktiver zu machen. Parkhäuser sind keine Melkkuh für die Sanierung der städtischen Finanzen, sondern dienen ausschließlich dazu, den Bewohnern und Besuchern der Innenstadt Parkmöglichkeiten zu attraktiven Preisen anzubieten. Unsere Innenstadt soll gerne besucht werden.
  • Die Einführung des Anwohnerparkplatzes für die Abend- und Nachtstunden. Die Innenstadt ist sowohl Einkaufs- als auch Wohnbereich.
  • Die Einbeziehung des Kornmarktes in die Fußgängerzone, um die Attraktivität des Platzes zu erhöhen.
  • Eine Umgestaltung des Neumarktes. Verkehr kann nicht vom Neumarkt mit seiner enormen Dichte von Geschäften und Dienstleistern, zu denen auch Arztpraxen gehören, ausgeschlossen werden. Er ist und muss das wirtschaftliche Herz der „Einkaufsstadt“ Limburg bleiben. Der Neubau eines untergeschossigen Parkhauses am Neumarkt klingt revolutionär, aber eine kurze Fahrt nach Wiesbaden und ein Parken im Parkhaus Rathausplatz zeigt, wie ein solches Innenstadtparkhaus die Innenstadt beleben kann. Dadurch können Parkplätze in der Hospital- und Grabenstraße entfallen und die Fußgängerzonen beziehungsweise verkehrsberuhigte Bereiche ausgeweitet werden. Das eröffnet die Möglichkeit, den Neumarkt großzügig neu zu gestalten.
  • Die Überbrückung der Lahn durch eine Brücke „Modell Dietkirchen“ auf der Höhe des Campingplatzes. Limburg ist ein Anziehungspunkt für Touristen. Diese frequentieren unsere Stadt häufig von der Lahn aus als Boots- oder Fahrradtouristen. Die Anbindung der Innenstadt an den Radwanderweg ist derzeit jedoch durch die schwierige Überquerung der Lahn erschwert.