10. Verkehrspolitik

Die zukünftige Limburger Verkehrspolitik muss sich an der Herausforderung messen lassen, wie sie eine für alle Verkehrsteilnehmer attraktive Innenstadt und schadstoffarme, saubere Luft mit einer guten Erreichbarkeit der Innenstadt für Besucher und Bewohner vereinbaren kann.

Das drängendste Problem ist dabei die sehr starke Verkehrsbelastung aufgrund des hohen Durchgangsverkehrsaufkommens. Dieses Kernproblem lässt sich nicht ohne Investitionen in den Neu- und Ausbau der Infrastruktur – und damit nicht ohne eine massive Erhöhung des Drucks auf die Entscheidungsträger im Bund und im Land – lösen. Ohne Umgehungsvarianten wird es keine signifikante Entlastung für die stark befahrenen Straßen in der Limburger Innenstadt geben – das gilt auch für die B 8 in Lindenholzhausen. Die Südumgehung auf der Alttrasse als innerstädtische Umgehung lehnen wir ab.

Der gegen die Stimmen der FDP-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Masterplan Mobilität erschwert hingegen die Mobilität der Limburger Bürgerinnen und Bürger und macht für Besucher den Weg in die Einkaufs- und Handelsstadt Limburg unattraktiv. Die Weichen dürfen in Limburg nicht weiter in eine falsche Richtung gestellt werden.

Deshalb fordert die FDP:

1. Intelligente Verkehrssteuerung
Unser Ziel ist ein optimaler Verkehrsfluss im gesamten Bereich der Kernstadt. Gerade auf den durch Durchgangsverkehr stark belasteten Straßen muss jegliches Potenzial ausgeschöpft werden, durch eine intelligente Verkehrssteuerung den Verkehrsfluss zu optimieren und im Fluss zu halten. Dies kann durch den verstärkten Einsatz etwa von intelligenter Ampelsteuerung (grüne Welle) oder Kreisverkehren erreicht werden. Hier ist sehr viel Luft nach oben. Dies zeigt schon täglich die Einfahrt von der Lichfield-Brücke über die Schiede. Eine intelligente Ampelschaltung sorgt für fließenden Verkehr und bringt ihn nicht im Innenstadtbereich zum Stehen.

Zur intelligenten Verkehrssteuerung gilt es Schwachstellen zu beseitigen. Die Fahrtzeit von Lindenholzhausen nach Limburg hat sich in den letzten Jahren durch die Ampeln nahezu verdoppelt. Stets heißt es, Kreisel geht nicht. Nun hat sich vor dem Edeka, den Ampelkreuzungen nach Eschhofen im Rahmen von Verkehrsuntersuchungen gezeigt, Kreisel wären dort sinnvoller. Die FDP-Fraktion hatte dies angeregt. Dies muss umgehend angegangen werden.

2. Verbesserung des Parkraummanagements
Unser Ziel ist es, mit zeitgemäß sanierten Parkhäusern und einem attraktiven Gebührensystem den ruhenden Verkehr besser zu bewältigten. Eine Optimierung des Parkleitsystems kann unnötigen „Suchverkehr“ vermeiden helfen.

3. Zielgerichtete Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer und Fußgänger – Schritt für Schritt
Zunächst geht es uns darum, den Zustand und die Pflege der bereits vorhabenden Radwege (Winterdienst) zu verbessern. Will man das Radfahren als Alternative zur Nutzung des PKW anbieten, sollte hier zuvorderst angesetzt werden. Eine verbesserte Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Fahrrad (die kurzen Wege) sollte gegenüber der Planung von Radfernverbindungen Vorrang haben. Ein autofreier Kornmarkt als Teil der Fußgängerzone könnte Fahrradabstellplätze in der Innenstadt ermöglichen.

4. Druck auf Entscheidungsträger zur Realisierung von Infrastrukturvorhaben – keine Denkverbote
Wenn wir Limburg als attraktiven Einkaufs- und Wirtschaftsstandort an der BAB 3 erhalten wollen, wird der Verkehr – auch der motorisierte Individualverkehr – für Limburg immer eine zentrale Bedeutung haben. Eine wesentliche Erkenntnis des Masterplans ist, dass eine spürbare Entlastung der Innenstadt insbesondere vom Durchgangsverkehr nur zu erreichen ist, wenn die Straßeninfrastruktur ausgebaut wird und die seit langem diskutierten Umgehungen realisiert werden. Das jahrelange Verschleppen von Entscheidungen muss ein Ende finden. Stattdessen müssen alle Varianten der Süd- oder Westumgehung und der B8-Umgehung auf den Tisch.

Dabei darf es keine Denkverbote geben: Auch eine weitergehende Untertunnelung der Schiede bis zur Lichfield-Brücke ist eine Option. Limburg ist gefordert, einen Konsens über Umgehungen zu finden, der weitestgehende Entlastungen ermöglicht.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Ohne massiven Druck auf die Entscheidungsträger in Wiesbaden und Berlin wird nichts passieren. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Limburger Bürgerinnen und Bürger die Zeche dafür zahlen, dass Bund und Land die Realisierung dringend benötigter Umgehungsstraßen verschleppen. In der Limburger Verkehrspolitik muss es dringlichste Aufgabe von Parlament und Stadtspitze sein, mit großem und andauerndem Druck die Planung und Realisierung von Infrastrukturvorhaben zu erwirken.

5. Bau der B 8 – Umgehung in Lindenholzhausen
Die B 8- Umgehung in Lindenholzhausen ist für die Anwohner seit Jahren das Thema vor Ort, zumal die Belastungen der Anlieger von Monat zu Monat zunimmt und durch die Ansiedlung eines neuen Baumarkts und anderen Firmenansiedlungen im ICE-Gebiet der Verkehr durch neue Kundenströme und Lieferwege weiter massiv zunimmt. Umso dringlicher ist es aus Sicht der FDP, schnellstmöglich mit dem Projekt Ortsumgehung zu beginnen, um für die Menschen vor Ort Entlastung zu bringen.