FDP-Fraktion zum Thema NEUMARKT

18.07.2016

Neumarkt – Sorgen des Handels ernst nehmen

Anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse des Sandbox-Verfahrens in der  Clubebene der Limburger Stadthalle zeigte sich die Vorsitzende der FDP-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung, Marion Schardt-Sauer, beeindruckt vom „tollen Engagement“ und den konstruktiven Vorschlägen der Bürgerinnen und Bürger.

Reges Interesse bei Vorstellung der Ergebnisse ses "Sandbox-Verfahrens"
Reges Interesse bei Vorstellung der Ergebnisse des „Sandbox-Verfahrens“

Denken nur unter strengen Auflagen erlaubt

Umso bedauerlicher sei, dass der schwarz-grünen Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung der Mut gefehlt habe, alle Planungsvarianten zuzulassen. So habe man den Bürgerinnen und Bürgern die Auflage gemacht, die Erhaltung der Bestandsbäume, die Erhaltung des Wochenmarktes in seinem Angebot und Platzbedarf sowie den parkfreien Neumarkt im Rahmen des Sandbox-Verfahrens zu beachten. „Auf Grund dieses engen Korsetts ähnelten sich naturgemäß viele Vorschläge und grundlegende Alternativen für eine Neugestaltung konnten von vorneherein nicht zum Zuge kommen“, kritisierte Schardt-Sauer die Vorgaben der Politik. So bleibe im Kern offen, wie der Neumarkt an den fünf Tagen in der Woche lebendig gehalten werden könne, wenn kein Wochenmarkt stattfinde.

Die schwarz-grünen Restriktionen ließen nach dem Wortlaut des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung vom 30.05.2016 trotz anderslautender Behauptungen aus den Reihen der Mehrheitsfraktionen auch keinen Spielraum bei den Planungen im Sandbox-Verfahren für den Christkindlmarkt.

Schwarz-grün führt Bürgermeister-Idee ad absurdum

Die dreimonatige Probephase „Parkfreier Neumarkt“ werde ebenfalls ad absurdum geführt, wenn am Ende auf jeden Fall ein parkfreier Neumarkt stehen solle, ohne die Probephase und ihre Auswertung abzuwarten.

"Parkfrei" und "Fahrverbot" gelten nicht für Fahrräder!
„Parkfrei“ und „Fahrverbot“ gelten nicht für Fahrräder!

„In der Diskussion nach Vorstellung der Ergebnisse des Sandbox-Verfahrens sei deutlich geworden, dass der Handel in der gesamten Innenstadt bereits jetzt unter der Parkfreiheit leide.  „Die Sorgen von Handel, Gastronomie und Dienstleistern müssen ernst genommen und dürfen nicht einfach ignoriert werden“, fordert Schardt-Sauer. Der Handel spiele aus Sicht der FDP-Fraktion für die Zukunftsfähigkeit der Stadt Limburg eine entscheidende Rolle.

Bei Ansiedlung der WERKStadt, deren positive Entwicklung die FDP-Fraktion nachdrücklich begrüße, sei versprochen worden, neben der Altstadt auch die Innenstadt mit dem Herzstück Neumarkt aufzuwerten. Der Erfolg der WERKStadt hänge auch mit den dort vorhandenen, großzügigen Parkmöglichkeiten zusammen. Ein Neumarkt ohne Parkmöglichkeiten sei keine Aufwertung und bedrohe aus Sicht der FDP-Fraktion den Handel, verkenne daneben aber auch die Bedürfnisse der dort vorhandenen Arztpraxen.

In anderen Städten wird weiter gedacht!

Viele Beispiele aus anderen Städten bestätigten, dass Innenstädte profitierten, wenn Besucher mit dem Auto möglichst nahe dort parken könnten, wo sie flanieren, einkaufen und gastronomische Angebote genießen können. „Ein attraktiv gestalteter Neumarkt in Verbindung mit einer Tiefgarage wäre eine echte Chance für einen Neumarkt und eine Innenstadt, die nicht nur an ein bis zwei Tagen in der Woche belebt ist“, so Schardt-Sauer.  Seit Jahren gäbe es entsprechende Vorschläge. Bereits 2007 hatte die FDP-Fraktion diese mit einem Antrag aufgegriffen und zuletzt 2014 die Idee einer Unterkellerung, einer Tiefgarage für den Neumarkt eingebracht.

Schwarz-grüne Status-Quo-Denker wollen keine echte Neugestaltung

Auch hier fehlte erst CDU/FWG und nun der Mehrheit aus CDU und Grünen der Mut, neue Wege zu gehen. Man sei noch nicht einmal bereit, die bereits vorhandenen Pläne zu prüfen und lehne es sogar ab,  private Investoren für ein solches Vorhaben zu suchen.  Aus Sicht der FDP-Fraktion werde hier eine Riesenchance für die Limburger Innenstadt verspielt. Eine Tiefgarage könne das Bedürfnis nach zentrumsnahem Parken befriedigen, neue Akzente für die Innenstadt setzen und böte vor allem auch die Chance einer echten Neugestaltung des Neumarkts zur Erhöhung der Aufenthaltsattraktivität.

Sandbox ins Rathaus, weitere Planungsvarianten durchspielen

Noch sei es nicht zu spät. „Das tolle Engagement und die Kreativität der Bürgerinnen und Bürger beim Sandbox-Verfahren sollten auch die Fraktionen von CDU und Bündnis 90 / Die Grünen ermutigen, den Bürgerinnen und Bürgern die Chance zu geben, auch ohne restriktive Vorgaben weitere Planungsvarianten durchzuspielen, so Schardt-Sauer. Die FDP-Fraktion brachte daneben die Idee vor, die Sandbox und Pläne zur Neugestaltung des Neumarkts anschließend im Foyer des Limburger Rathauses aufzubauen. So könnten die politischen Gremien am Modell beraten und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger könnten sich informieren. Auch für künftige Planungsverfahren könne man das Modell im Foyer des Rathaus aufbauen. (HH/MS)