Grundstückvergabe Hubertusstraße

Grundstücksvergabe Hubertusstraße
31.10.2017

FDP-Entscheidung orientiert sich an Ausschreibung

Die FDP-Fraktion in der Limburger Stadtverordnetenversammlung hat sich auf einer Fraktionssitzung mit der anstehenden Entscheidung zur Vergabe für die beiden Grundstücke in der Hubertusstraße in Limburg befasst. „Wir haben Bewerber, die ein Angebot mit Preis und Nutzungskonzept eingereicht hatten, in die Fraktion eingeladen, um uns eigenständig ein Bild von der Qualität ihrer Angebote zu machen“, erklärte die Vorsitzende der FDP-Fraktion Marion Schardt-Sauer.

Nachdem ein Interessent sein Angebot zurückgezogen habe und ein anderer kein Konzept vorlegte, habe die Fraktion eine schwierige Abwägungsentscheidung zwischen zwei Konzepten treffen müssen. „Irritiert hat uns, dass bei dieser sensiblen Entscheidung für eine sehr interessante Fläche die Bewerber zuvor offenbar noch nie die Möglichkeit hatten, ihr Konzept selbst vorzustellen und auf Fragen unmittelbar einzugehen“, so Schardt-Sauer. „Das war eine Premiere in der FDP-Fraktion“, sagte die FDP-Politikerin. Überrascht habe die Fraktion auch, dass bei der Entscheidungsfindung im Magistrat einer Pressemitteilung zufolge wohl eine wichtige Rolle gespielt habe, dass ein Bewerber zwei Wohnungen nach nicht näher definierten sozialen Kriterien vergeben wolle. „Davon war in der Ausschreibung jedoch keine Rede“, wundert sich Schardt-Sauer.

Aus Sicht der FDP-Fraktion handelt es sich hier um einen besonderen Grundstücksverkauf. Zum einen befinde sich ein Teil der Fläche im Eigentum der Anna-Ohl-Stiftung. Für deren Bestand und sorgsamen Umgang im Interesse der Stifterin sei eine besondere Sorgfalt bei der Entscheidungsfindung zu wahren. Die Zukunftssicherung der Stiftung müsse eine entscheidende Rolle spielen. Zum anderen liege die Gesamtfläche in direkter Nachbarschaft zum Wohngebäude der Stiftung. „Hierauf ist Rücksicht zu nehmen und die Fläche darf nicht vollends zugebaut werden“, so Schardt-Sauer. Ein dritter Aspekt sei der besondere Gebietscharakter dieses Wohngebiets. Dieser Charakter des Wohngebietes am Rosenhang sei in den letzten drei Jahren in den Diskussionen um den Bebauungsplan in den städtischen Gremien erörtern worden. „Neben diesen Beratungen war vor allem der Austausch mit der dort aktiven Bürgerinitiative für die FDP-Fraktion aufschlussreich. Die bei den Beratungen und Gesprächen insgesamt gewonnenen Erkenntnisse bildeten für die FDP-Fraktion das inhaltliche Fundament der Entscheidungsfindung zwischen den zwei Bewerbern“, erläutert Schardt-Sauer.

Bei einer Gewichtung von Preis und Nutzungskonzept mit jeweils 50 Prozent seien die Mitglieder der FDP-Fraktion zu einer einmütigen Entscheidung gekommen. Die FDP-Fraktion werde in der Stadtverordnetenversammlung für das Konzept votieren, dass das Unternehmen von Alberto Collée vorgelegt hat. Neben dem substantiell höheren Preis sei dafür insbesondere der Eindruck ausschlaggebend,  dass die in dem Entwurf geplanten drei Häuser weniger massiv wirkten als die zwei Gebäude in dem anderen Konzept, das  bei geringerer Gebäudezahl zwei Wohnungen mehr vorsehe. Die lockere Anordnung und Gestaltung entspräche aus Sicht der FDP-Fraktion eher dem Gebietscharakter und gehe auf das Umfeld ein.  Hierbei wirke die in diesem Konzept vorgesehene vollständige Dachbegrünung sehr positiv. Ermöglicht werde dies durch die Solarflächen an der Fassade als innovative Gestaltung. In der Höhe lasse der Entwurf der Firma Collée zu, dass man das Anna-Ohl-Haus noch dahinter erkenne. Die drei Häuser seien auch so geplant, dass eine Schluchtenbildung zwischen den Häusern vermieden werde. Positiv sei in der FDP-Fraktion zudem aufgenommen worden, dass in dem Collée-Konzept alle notwendigen Parkplätze in einer Tiefgarage untergebracht werden sollen und nicht nur ein Teil. Die Barrierefreiheit sei nach dem Eindruck der FDP-Fraktion grundsätzlich zwar bei beiden Varianten gegeben, aber in der von ihr favorisierten Bewerbung überzeugender realisiert. Beide Konzepte schöpften das baulich mögliche nicht vollständig aus, wobei der Entwurf Collée nach Einschätzung der FDP-Fraktion größere Zugeständnisse mache. Zugleich werde hier mehr Geld geboten.

Grundstücksvergabe Hubertusstraße
Grundstücksvergabe Hubertusstraße

Im Rahmen der Debatten u.a. zum Bebauungsplan am Rosenhang habe die FDP-Fraktion wahrgenommen, dass es kritische Töne zu den Aktivitäten des Bauträger Collée gibt und dies auch nachvollziehen können, räumt Schardt-Sauer ein. Bei dem Entwurf zur Hubertusstraße und der sehr engagierten persönlichen Vorstellung des Konzepts durch Herrn Collée sei allerdings deutlich geworden, dass Alberto Collée sich für die Bebauung dieser Fläche, die er als Ort seiner Kindheit bezeichnete, etwas ganz Besonderes habe einfallen lassen: Luftig, Verzicht auf optimale Ausnutzung und etwas sehr Ansprechendes. Ihm dürfte schließlich auch klar gewesen sein, welche Vorbehalte bestehen, so die FDP-Kommunalpolitikerin.

Unter dem Strich lasse sich feststellen, dass insgesamt zwei sehr gute Konzepte eingereicht wurden, die FDP-Fraktion sich jedoch bei gleichwertiger Gewichtung von Preis und Nutzungskonzept einstimmig für das Konzept des Unternehmens Collée ausgesprochen habe. (MS/HGH)